Wenn Experten die Verantwortung nicht übernehmen wollen und können

Was ist zu tun, wenn Fach-Experten die Welt verändern, aber nicht die Verantwortung übernehmen wollen und können?

Jürgen Habermas zu der Corona-Krise

Der berühmte Philosoph Jürgen Habermas äußert sich zu der Corona-Krise und dem aktuellen Zwang, unter Unsicherheit handeln und leben zu müssen: „So viel Wissen über unser Nichtwissen gab es noch nie

Habermas: Gegenüber den Fachleuten, die lokal und zeitlich entkoppelt Unsicherheit in Teilsystemen der Gesellschaft abarbeiten, verbreitet sich global und gleichzeitig eine existentielle Unsicherheit in den – über Medien vernetzten – Köpfen. Jeder Einzelne wird über die Risiken aufgeklärt. Bei der Bekämpfung der Pandemie ist das Verhalten jeder einzelnen Person die wichtigste Variable, um das Gesundheitssystem funktionsfähig zu halten.

Fach-Experten wirbeln andere Fachbereiche durcheinander

Die lokale Expertise eines Teilsystems der Gesellschaft – die der uneinigen Virologen – beeinflußt das Teilsystem Politik, so dass schnell und tiefgreifende Entscheidungen getroffen werden. Diese politischen Entscheidungen wirken auf das Mediensystem und dies wiederum auf das Verhalten jedes Einzelnen.

Alle Wachstumsprognosen von 2019 für 2020 von ALLEN Wirtschaftsexperten stellen sich heute als falsch heraus. Jürgen Habermas kennt KEINEN Experten, der aktuel die sozialen und wirtschaftlichen Folgen abschätzen kann. Er fasst zusammen: „So viel Wissen über unser Nichtwissen und über den Zwang, unter Unsicherheit handeln und leben zu müssen, gab es noch nie.“ Da wir uns dieses Nichtwissens bewusst sind, ist der erste wichtige Schritt getan. Bei Habermas‘ Hinweis fehlt mir, wie wir dieser Unsicherheit begegnen sollten. Genau mit dieser Frage beschäftige ich mich seit über 15 Jahren und in diesem Beitrag möchte ich einen Lösungs-Gedanken einbringen.

Doch zuvor ein Beispiel warum Fach-Experten auf der einen Seite einen großen Impact haben können und auf der anderen Seite diesen Impact nicht kontrollieren und damit nicht verantwortlich gemacht werden können.

Christian Drosten wäscht seine Hände in Unschuld

Der Fach-Experte für Virologie, Christian Drosten, ist wütend, dass ihm Dinge angehängt werden. Zum Beispiel wird ihm unterstellt, dass er für den Selbstmord des hessischen Finanzministers Thomas Schäfer verantwortlich ist. Es ist so einfach, jemanden zum Schuldigen auszurufen. Es ist der Versuch, Überraschungen durch lineares Denken nachträglich zu verstehen.
Du könntest sagen: „Wegen diesem Virologen habe ich finanzielle Einbußen.“
Christian Drosten sagt : „Ein Wissenschaftler ist kein Politiker.“

Ich finde Herr Drosten wäscht sich seine Hände zurecht in Unschuld, da er aus seiner wissenschaftlichen Fach-Experten Perspektive weder unter Kontrolle hat, wie über sein Wissen in den Medien berichtet wird, noch welche Entscheidungen in der Politik getroffen werden; Geschweige welche Auswirkung all das auf die Wirtschaft und am Ende auf jeden Einzelnen hat. Über die verzerrte Darstellung seiner wissenschaftlichen Beiträge in den Medien regt sich Herr Drosten immer wieder auf. Von den politischen Entscheidungen distanziert er sich.

Der Selbstmord des hessischen Finanzministers Thomas Schäfer ist die Antwort eines Einzelnen. Doch die Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind ein Zeichen eines nicht funktionierenden Gemeinwesens.

Der Einzelne ist Spielball der Ungewissheit

In der Coronakrise sind es am Ende einzelne Schicksale, die unter der fehlenden Qualität eines Gemeinwesens leiden müssen oder deswegen gar sterben. Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich die Reportagen aus Lateinamerika sehe, wo viele Menschen keine Angst vor dem CoronaVirus haben, sondern vor dem CoronaHunger. Dort hat die Familie eines Tagelöhners am zweiten Tag der Quarantäne nichts mehr zu essen. Wieviel indirekte Tote tauchen nicht in den offiziellen Corona-Statistiken auf? Wieviel Leid verursacht die verordnete Quarantäne in der Welt?

Wir kennen nicht den Impact der politischen Steuerversuche auf das soziale und wirtschaftliche System. Das „Rumwurschteln“ an den aktuellen wirtschaftlichen Verwerfungen reduziert weiter die Voraussagbarkeit, wohin uns das alles bringt. Die Zukunft ist und bleibt im Ungewissen. Dies erhöht die gefühlte Unsicherheit und Machtlosigkeit jedes Einzelnen. Existenzielle Ängste vergrößern sich weltweit.

Das Bedingungslose Grundeinkommen schafft Sicherheit

Das politische Vorhaben der direkten und bedingungslosen Sicherstellung der Grundversorgung jedes Einzelnen hingegen stellt ein klares Zukunftsbild dar, welches dem Grundbedürfnis nach Sicherheit gerecht wird.

Ich hoffe, dass die Coronakrise das Verständnis und den politischen Willen stärkt, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Einzeln beruhigender und menschenwürdiger ist, als der aktuelle Aktionismus, dessen Effektivität keiner abschätzen kann.

Die Wirtschaft schafft es nicht aus sich selbst heraus, dass die Grundversorgung für jeden Einzelnen sichergestellt ist. Bevor wir Menschen aus finanzieller Not retten müssen, würde ich das Bedingungslose Grundeinkommen als vorkehrende Sicherheitsmassnahme einführen. Denn wenn Fach-Experten nicht verantwortlich gemacht werden können, wie deren Expertise auf die „Flüsterpost“ Politik, Wirtschaft, Medien, Bürger wirken, so ist es wesentlich einfacher, durch das Bedingungslose Grundeinkommen DIREKT und nachhaltig die Existenz jedes Einzelnen sicherzustellen.

Die Experten kennen die Zukunft nicht, auch können sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Ich behaupte, dass wir gar nicht zu wissen brauchen, ob es in Zukunft überhaupt noch Banken gibt oder ob nur noch Roboter arbeiten. Wenn wir wissen, dass weder Banken noch Firmen leiden, sondern Menschen, so können wir heute die Weichen so stellen, dass in Zukunft die Existenz jedes Einzelnen sichergestellt ist. Durch die vorsorgliche Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens erschaffen wir uns eine Gesellschaft, worüber wir zumindest wissen, dass die Existenz jedes Einzelnen gesichert ist. Das gibt Sicherheit und schafft Vertrauen in die Zukunft.

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