Von der Ohnmacht zum Friedensmacher

Am 07.10.2023 hat die Ohnmacht der palästinensischen Bevölkerung durch eine nicht zu akzeptierende Gewalt der Hamas schlagartig einen sichtbaren Ausdruck gefunden. Gewalt ist der aggressive Versuch, aus einer Ohnmacht herauszukommen. Der israelische Ministerpräsident wählt auch diesen Weg. Er versucht, mit dem Ziel der Eliminierung der Hamas die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Vor allem mit den Kollateralschäden wird immer mehr der Boden der Ohnmacht gedüngt, der nicht auf den Gazastreifen beschränkt ist.

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“
wahrscheinlich nicht von Albert Einstein

Wir müssen den Wahnsinn stoppen!

Unsere Politiker sind nicht in der Lage, für Frieden in der Welt zu sorgen. Dieser Missstand kostet Geld und Ressourcen, zerstört die Umwelt und führt zu viel menschlichem Leid und Tod. Wir Bürger schauen machtlos zu und tragen die Kosten. 

Wenn die Gewaltspirale sich dreht und unsere Politiker nicht in der Lage sind, durch Verhandlungen diese nachhaltig zu beenden, dann sehe ich keine andere Möglichkeit, als dass wir friedvollen Bürger die Verantwortung für einen gewaltfreien Weg in den Frieden übernehmen. Die Frage ist: Wie?

Als studierter Maschinenbauer und erfahrene Führungskraft habe ich gelernt, dass nur das, was gemessen wird, auch gesteuert werden kann. Ich entwickle gerade ein Konzept, wie durch das dezentrale Messen von Gewalt und Frieden der Bürger befähigt wird, seinen Teil für die Friedenssteuerung beitragen zu können. Durch das Messen können heute nicht wahrgenommene Gewaltrhizome entschärft werden, bevor sie in Form von Gewalt ihren Ausdruck finden. 

Ein Rhizom ist ein Wurzelstock, der sich unter der Erde befindet und deshalb nicht zu sehen ist. Bambusrhizome sind die Voraussetzung dafür, dass ein Bambus wachsen kann. Wenn ein Staat Gewalt nur mit Gewalt bekämpft, kämpft er im übertragenen Sinne gegen die sichtbaren Bambusstangen. Wer nur die Stangen entfernt, löst nicht den Ursprung seines Wachstums, der unsichtbar unter der Erde liegt. Ein abgeschnittener Bambus sammelt seine Kraft in seinen Rhizomen und überrascht mit neuen Bambusstangen an einer ganz anderen Stelle. Wir friedvollen Bürger dagegen können ohne die Notwendigkeit für Verhandlungen Gewalt- in Friedensrhizome verwandeln. Anstatt sich als Opfer der Politik zu sehen, kann der Bürger die Verantwortung für einen gewaltfreien Weg in Richtung Frieden übernehmen. 

„Von der Ohnmacht zum Friedensmacher –  ohne Verhandlung gewaltfrei in den Frieden führen“, ist der Arbeitstitel des Buches, an dem ich gerade schreibe. Dort wird die Reise vom Opfer der Gewalt zum Friedensmacher beschrieben: 

Gesund aus der Ohnmacht

Gewalt ist ein Anzeichen von Machtverlust. Sie ist der Versuch, eine Situation unter Kontrolle zu bekommen, was wiederum zu einer tödlichen Gewalteskalation führen kann. Gelingt es dagegen, seinen Willen gegenüber Anderen durchzusetzen, kommt es zu einer Macht-Ohnmacht-Verschiebung. Wie diese neue Situation von den Unterlegenen verarbeitet wird, bleibt erstmal im Verborgenen. Ohnmacht kann in einen krankmachenden Hass gegen Andere oder sich selbst umschlagen. Resignation, Depression und sogar der Wunsch, nicht mehr leben zu wollen, können die Folge  sein. 

Doch es gibt auch Zeitzeugen, die die unmenschliche Unterdrückung eines Konzentrationslagers nicht nur überlebt haben, sondern aus dieser Erfahrung sogar gestärkt hervorgekommen sind:

„Auschwitz hat mich am Ende nicht schwach gemacht, Auschwitz hat mich stark gemacht. Man muss nur verstehen lernen wie. Das sagt die KZ-Überlebende Rachel Hanan in ihrem Buch „Ich habe Wut und Hass besiegt“. (Hanan 2023: 243)

Wie hat Rachel Hanan es geschafft, aus dieser unmenschlichen Situation gestärkt hervorzugehen?

Aaron Antonowsky war überrascht, als er bei einer wissenschaftlichen Untersuchung der Gesundheit von Frauen in den Wechseljahren in den 1970 Jahren festgestellt hat, dass fast ein Drittel der Überlebenden von Konzentrationslagern sich bester mentaler und physischer Gesundheit erfreuten. Er erforschte unter dem Namen der Salutogenese, was Menschen gesund macht und hält. Dabei arbeitete er den Zusammenhang zwischen einem starken Kohärenzgefühl und Gesundheit heraus. (Antonowsky 1987: xi ff.) 


Heute zeigen systematische Überprüfungen von tausenden Studien, dass ein starkes Kohärenzgefühl in Zusammenhang mit guter Gesundheit, insbesondere der psychischen Gesundheit steht. Auf der einen Seite schützt es vor Angst, Depression, Burnout und Hoffnungslosigkeit, auf der anderen Seite hat es einen starken positiven Bezug zu Optimismus, Widerstandsfähigkeit, Kontrolle und Bewältigung. Mit ihm kann gute Gesundheit und Lebensqualität von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter vorhersagt werden. Das Kohärenzgefühl ist keine Strategie, sondern eine Bewältigungsressource im Umgang mit Stress in der Arbeit und generell widrigen Lebensereignissen wie dem Zusammenbruch der Familie, sexuellem Missbrauch, Gewalt in Form von Mobbing, politischer Gewalt und auch Krieg (The Handbook of Salutogenesis 2022: 66).

Eine englische Einführung und den Stand der Wissenschaft der Salutogenese finden Sie im „The Handbook of Salutogenesis“. Über folgenden QR-Code kann das Buch kostenfrei heruntergeladen werden:

Von der Stärkung des Kohärenzgefühls zum Friedensmacher

Auch Hirnforscher verwenden das Konzept des Kohärenzgefühls. Gerhard Hüther weist darauf hin, dass durch die bewusste Auseinandersetzung und Überwindung schwieriger Situationen das Kohärenzgefühl immer wieder gestärkt wird.

Mit dem in Arbeit befindlichen Buch soll der Leser Zeuge dafür werden, wie sich Gewaltopfer und -täter in gewaltfreie Friedensmacher verwandeln. Er wird sich seinem Kohärenzgefühl bewusst, in das orthogonale Friedensmodell eingeführt und lernt, Gewalt und Frieden in seinen sozialen Beziehungen zu messen. Damit wird er befähigt und ermutigt, Situationen anzugehen, die in den Frieden führen. Folgt der Leser dieser Einladung, wird er zum Friedensmacher und stärkt damit immer wieder sein Kohärenzgefühl – die Quelle von Gesundheit.

Überblick der Themen im Buch

  • Die drei Komponenten Verstehbarkeit, Handlungsfähigkeit und Sinnhaftigkeit des Kohärenzgefühls kennenlernen.
  • Wann das Kohärenzgefühl zu Gewalt führt und wann in den Frieden.
  • Der Unterschied zwischen dem Mindset eines Gewaltreibers und dem Mindset eines Friedensmachers. 
  • Das orthogonale Friedensmodell schafft Verständnis dafür, warum Konflikte sich wie eigenwillige Katzen verhalten. Katzen können ohne Vorwarnung kratzen oder zum Schmusen kommen. Konflikte können ohne Vorwarnung in Gewalt eskalieren oder sich in Frieden auflösen. 
  • Wie der Leser über die Gewalt-Frieden-Kontinuumsnummer den Frieden in seinen sozialen Beziehungen misst und damit für ein echt zeitliches Monitoring zur Friedenssteuerung beitragen kann. 
  • Wie der Leser eigenverantwortlich über Gewalt-, Konflikt- und Friedensrhizome Frieden steuern kann.

Ziel des Buches ist es:

  • Verständnis dafür aufzubauen, wie Konflikte gewaltfrei ohne Verhandlung reguliert werden können. 
  • Menschen als Sensor für die Gewalt-Frieden-Kontinuumsnummern zu gewinnen.
  • Durch das dezentrale Messen ein Frühwarnsystem für Gewalt entstehen zu lassen. 
  • Den Sinn und die Tragweite dafür zu erkennen, ein Friedensmacher zu werden.
  • Das Kohärenzgefühl des Lesers so weit zu stärken, dass er es als Befreiung erfährt, die Verantwortung für ein friedvolles Zusammenleben zu übernehmen. 
  • Einen Impuls zu setzen, damit immer mehr Menschen ihre sozialen Beziehungen befrieden und damit aktiv zu mehr Frieden in der Welt beitragen.

Wenn Sie mit der aktuellen Kriegspolitik unserer Politiker nicht im Frieden sind, dann gehören Sie zur Zielgruppe des Buches! Wenn Sie darüber informiert werden wollen, wann dieses Buch erscheint, dann teilen Sie mir bitte unten per Nachricht Ihre E-Mail Anschrift mit. 

Vorab gibt es die einmalige Gelegenheit, vom 26.02.2024 bis zum 28.02.2024 im Format eines Seminars das orthogonale Friedensmodell kennenzulernen und auf das eigene Leben zu übertragen.

2 Antworten auf „Von der Ohnmacht zum Friedensmacher“

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