Auch systemische Führungsansätze reichen nicht aus!

Systemische Ansätze sind super zum Verstehen von Zusammenhängen, lassen aber Entwicklungsraum offen für die praktische Führung von Unternehmen im hochdynamischen Umwelt. Jeder systemische Ansatz unterscheidet das System von seiner Umwelt. Das soziale System Unternehmen entscheidet selbstreferenziell, doch die Umwelt ist die Determinante für das Überleben des Unternehmens.  

Daran ändern agile Führungsansätze nichts, die um so mehr hinterher humpelt, je mehr Entscheidungsträger eingebunden sind. Schneller entscheidet der Chef alleine, doch ob er dadurch richtiger entscheidet, als ein Gruppenentscheidungsprozess, ist fraglich. Egal ob eigenschaftsbasierter, Verhaltens-, Situations-, transformationaler oder systemischer Ansatz, in allen Fällen wird selbstreferenziell entschieden, doch die Fremdreferenz, die sich in der Umwelt befindet, ist der Bewertungskontext, wie gut letztendlich entschieden worden ist. Warum nicht die Fremdreferenz in den Entscheidungsprozess integrieren? Geht das?

Ja, das geht – dabei hat mich besonders die Akteur-Netzwerk-Theorie von Bruno Latour inspiriert. Ich möchte hier nur ein Element herausgreifen, das ich als das neue Supermedium für die nächste Führungsgeneration sehe: orthogonale Unternehmensführung über Quasi-Objekte

Bruno Latour versteht im Kontext seiner Theorie auch Dinge als handelnde Akteure, die zusammen mit menschlichen Akteuren in netzwerkartigen Handlungszusammenhängen agieren. Diese Akteur-Netzwerk-Theorie wird zum einen dem Einfluß der Dinge, wie die immer schneller werdende Entwicklung der Technik bzw. das Auftreten von Viren gerecht. Zum anderen wird durch den Netzwerk-Ansatz Fremdreferenz nutzbar, was die Limitierung durch Selbstreferenz der bekannten Führungsansätze produktiv sprengt. 

Ein Quasi-Objekt kann als ein Gegenstand führend wirken. Das heißt ein Objekt, wie ein Fussball webt ein Aktionsnetz mit den Spieler auf dem Fussballfeld. Ein SAP-System, das die Zusammenarbeit über festgelegte Geschäftsprozesse führt, kann als ein Quasi-Objekt verstanden werden. Das SAP-Beispiel macht klar, wie führend ein Quasi-Objekt wirken kann. Eine bestimmte Vorgabe des SAP-Systems wird mit den Mitarbeitern zum Aktionsnetz, welches als passende oder unpassende Führung je nach Bewertungskontext ausgelegt werden kann. Die Herausforderung in einem hochdynamischen Umfeld ist, dass sich die Geschäftsprozesse von selbst in Realzeit den neuen Gegebenheiten des Umfeld so anpassen, dass die Mitarbeiter bedürfnisgerecht geführt werden. Das geht über das entsprechende orthogonale Design der Quasi-Objekte, so dass die vorab unbekannte Marktentwicklung die Basis für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg wird.

Wie das geht erfahren Sie im Workshop für orthogonale Führung: https://daniel-juling.com/workshop-orthogonale-fuhrung-fur-nachhaltigen-unternehmenserfolg/

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